Partizipation, die Beteiligung von Kindern, an allen Angelegenheiten die sie persönlich oder die das Zusammenleben in der Kindertagesstätte betreffen, ist ein wesentlicher Schwerpunkt in unserer pädagogischen Arbeit im AWO-Haus für Kinder.

In diesem Zusammenhang haben wir im Frühjahr mit einem Beteiligungsprojekt begonnen, bei dem die Kinder aktiv an der Neugestaltung eines Teilbereichs in unserem Garten mitwirken können.
Wir haben nach einer Begehung im Garten ein Modell gebaut, haben entschieden welche Dinge in diesem Bereich weiterhin Bestand haben sollen und welche nicht mehr intensiv genutzt und somit entfernt werden können. In einem weiteren, zeitintensiven Schritt konnten die Kinder auf unterschiedlichste Art (Ausflüge, Kataloge, Bücher, Fotos, Internet ...), Ideen sammeln und Phantasien entwickeln, was denn in diesem Gartenbereich alles möglich wäre und natürlich und vor allem, was ihnen Spaß machen würde.

Nach mehreren Abstimmungsphasen, bei denen die Kinder verschiedene demokratische Verfahren kennenlernen konnten, kamen wir unserem jetzigen Ziel langsam näher. Die Kinder haben sich darauf verständigt, dass ein Piratenschiff die ideale Bereicherung für den unteren Garten im AWO-Haus für Kinder wäre.

Nun befinden wir uns in der Endphase des Projekts, wobei es darum geht, Anbieter von Piratenschiffen ausfindig zu machen, das ideale Spielgerät auszuwählen und letztendlich die Finanzierung dafür sicher zu stellen. Auch dies ist eine wichtige Erfahrung, damit die Kinder ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können und dass vorab geklärt werden muss, wieviel Geld für die Umsetzung des Projektziels zur Verfügung steht. Dass auch ein persönlicher Einsatz erforderlich ist, wenn man sich einen Wunsch erfüllen möchte, das erfahren die Kinder in diesem Projekt ganz nebenbei.

„Zaubertrank und geheime Wünsche“

Am Esstisch der Vorschulkinder kam das Gespräch auf Zaubertränke. Amelie A. hat erzählt, dass der Tee heute wie ein Zaubertrank aussieht und riecht. Ich habe sie gefragt, ob wir mal einen Zaubertrank brauen sollen in der Vorschule und was sie sich wünschen würde. Amelie antwortete, dass sie gerne ein Erwachsener sein wollte, der Lesen, Schreiben und Rechnen kann. Jetzt stimmten die anderen Kinder mit ein und phantasierten was sie sich wünschen würden. In der Experimenten Stunde haben wir das Projekt „Zaubertrank“ umgesetzt.

Wir machten ein großes Feuer in der Feuerschale und stellten ein Dreibeingestell mit Kochtopf darüber. Im Topf erhitzten wir zuerst heißes Wasser. Jetzt durfte jedes Kind eine Handvoll Kräuter in das kochende Wasser werfen. Dabei wurden erfundene Zauberformeln aufgesagt und die Wunschverwandlung geäußert. „Ene, meine, eins, zwei, drei, ich wünsch mir, dass ich ein Drache sei“. Zum Schluss warf jedes Kind noch einen großen Kandiswürfel als Zauberstein hinein und alles wurde kräftig umgerührt. Jetzt schütteten wir alles durch ein Sieb und ließen den Trank auskühlen. Leider war die Stunde jetzt um und wir mussten mit dem Trinken bis zum nächsten Tag abwarten.

In dieser Vorschulstunde bekam jedes Kind ein Glas mit Zaubertrank, tanken einen Schluck davon,  sprachen unseren Wunsch nochmal aus und spielten die einzelnen Rollen nach.  Am Schluss brauten wir einen Trank zum Zurückverwandeln mit  Orangensaft, roter und grüner Sirup. Mmmm, war der lecker. Ein paar Kinder waren etwas enttäuscht, dass wir uns nicht wirklich verwandelt haben, es hat ihnen aber trotzdem viel Spaß gemacht. In den nächsten Vorschulstunden nehmen wir die Wünsche der Kinder nochmal auf und werden Aktionen zu diesen Themen erarbeiten.